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Der Erciyes Dag südlich von Kayseri ist mit 3916m der höchste Berg Mittelanatoliens. Der Erciyes ist ein erloschener Vulkan und sein Gipfel ein Zacken des ehemaligen Kraterrandes. Nach zwei Tagen mit Sandsturm, der vom Südosten der Türkei sogar über das Taurusgebirge bis nach Mittelanatolien wehte, war der Himmel selbst hier in ca. 2850m Höhe voller Staub. Am Ende des Hochtales ist die Gipfelregion des Berges gerade so zu erkennen. Bis zum Hochtal führt ein leicht zu gehender Weg, danach muss man sich den Weg selbst suchen. Das heisst, man muss über endlose Geröllhalden zum Kraterrand hinauf, und dabei immer auf von oben herabfallendes Gestein achten. Hier macht sich dann auch die dünner werdende Luft bemerkbar - und am nächsten Tag der Muskelkater.
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Kappadokien ist ein Gebiet in der zentralen Türkei. Ausbrüche der Vulkane Erciyes Dag, Hasan Dag und anderer inzwischen erloschener Vulkane, bedeckten das Land mit Tuffstein. Die Erosion durch Wind und Wetter grub Täler in den weichen Tuff und schuf vielfältige Formen und eine ungeheure Anzahl an Felskegeln. Durch die Fähigkeit des Tuffs Wasser zu speichern, waren die Täler fruchtbarer als die höher gelegene Umgebung. Als sich hier die ersten Menschen ansiedelten, begannen sie auch bald damit, Höhlenwohnungen in den Tuff zu graben. Einerseits war das Gestein leicht zu bearbeiten, andererseits aber stabil genug, um sicheres Wohnen zu gewährleisten. Außerdem schützte der Tuff im Sommer vor der Hitze und im Winter vor übergroßer Kälte. Im Laufe der Zeit entwickelten die Bewohner die Fähigkeit, unterirdische Städte mit kilometerlangen Gängen anzulegen. Ein ausgeklügeltes Belüftungs- und Wassersystem sorgten dafür, daß man sich hier auch für längere Zeit vor Feinden verstecken konnte. Spätestens im 5. Jahrhundert siedeln hier die ersten christlichen Eremiten und beginnen damit, ihre Höhlen auszumalen. Daraus entwickelte sich eine Art umgekehrte Architektur mit reicher Bebilderung. Die Formen die man aus der Kirchenarchitektur kannte, wurden nun in das Gestein gegraben. Neben den Eremiten, die sich irgendwo in eine einsame Höhle zurückgezogen hatten, entstanden auch Klostersiedlungen mit komplexen Anlagen und großen Höhlenkirchen. Am bekanntesten sind das Freiluftmuseum von Göreme und das Peristrematal (=Ihlaratal) zwischen Ihlara und Selime. Heute wird das Kerngebiet um Göreme von zahlreichen Touristen aus der ganzen Welt besucht.